Bereits am Flughafen werde ich von Mingmar, unserem Geschäftsführer von Aktivferien Nepal, herzlich empfangen. Begrüssungsschal und Blumenkette, das gehört hier einfach dazu. Die Blumen verströmen ihren Duft, während es durch den spannenden Verkehr von Kathmandu zu Mingmars Büro geht, wo ich seine Mitarbeiter treffe. Ein herzliches Willkommen erfahre ich auch hier, bevor wir dann an diesem ersten Tag alle unsere Geschäfts-Partner besuchen gehen.

Früh am nächsten Morgen geht es dann los! Ich freue mich, endlich wieder mal im Solokhumbu unterwegs zu sein. Auf dem Flughafen in Kathmandu trefffe ich auf Lila, meinen Guide. Er war 2014 zusammen mit meinem Vater Hansruedi Büchi auf dem Mount Everest, diesen Frühling hat er den höchsten Berg der Welt zum vierten Mal bestiegen. Auf dem halbstündigen Flug nach Lukla fliegen wir wunderschön an den Himalaya-Riesen vorbei, bevor wir auf der abenteuerlichen Piste von Lukla landen.

Nach einem kurzen Kaffeehalt wandern wir los, denn heute wollen wir Namche Bazaar erreichen. Die Gegend präsentiert sich wie im Bilderbuch, stahlblauer Himmel, eine kristallklare Fernsicht und als Kontrast wehen die farbigen Gebetsfahnen im Wind. Und überall drehen wir an den Gebetsmühlen und gehen links an den Mani Steinen vorbei. Das soll uns Glück bringen meint Lila. In Monjo machen wir im Yeti Mountain Home eine Mittagspause, es gibt Rösti mit Spiegelei und mit Yakkäse überbacken. Wow, das schmeckt ja wie bei uns auf der Alp! Kurz vor Namche können wir bereits den Everest erspähen, respektvoll schaue ich da hinauf, auf den mehr als 5000 m über mir liegenden Gipfel. Namche ist seit meinem letzten Besuch recht umgebaut worden, den Dorfeingang zieren nun ein Springbrunnen und Gebetsmühlen, die vom Wasser angetrieben sind. Unsere Lodge liegt zuoberst über Namche, hier werden wir mit einem Lemon Tea empfangen. Der sei gut für die Atemwege, wird mir empfohlen. Fantastisch die Sicht auf den Thamserku im Hintergrund, Namche Bazaar unter uns und der Nupla und Khongde La Peak gegenüber von uns mit der Kongde Lodge vor den beiden Berggipfeln. Diese Stimmung hier oben, einfach fantastisch. Wir lassen den Abend am Cheminéeofen ausklingen und ruhen uns danach in unseren Betten mit elektrischer Bettheizung aus. Ich bin begeistert vom ersten Trekkingtag!

Am nächsten Tag geht es weiter über Mong-La, dann weiter zur Hillary-School und dann nach Thamo zum Mittagshalt wo wir feine vegetarische Momos essen. Die Zutaten werden direkt aus dem eigenen biologischen Garten geholt, frischer geht es nicht. Dieses Tal nach Thame liegt nicht an einer der viel begangenen Routen des Everest-Gebiets. Wir sind auf einer alten Handelsroute unterwegs, die früher oft von Tibetern auf dem Weg nach Namche Bazaar benutzt wurde. Heute ist die Grenze nach Tibet geschlossen. Es sind noch einige Personen unterwegs, die das Drei-Pässe-Trekking Richtung Base Camp machen oder ins Rovaling Gebiet wollen, oder eben Wanderer, die auf dem Everest Komfort Trekking unterwegs sind. Für diese ist in Thame wieder Zwischenstation, es ist sehr abgelegen, ohne Handy oder Wifi-Empfang und fast ohne Zivilisation. Perfekt also, um den abendlichen Nachthimmel zu geniessen und dann früh ins wiederum geheizte Bett zu kriechen. Ich war ja lange skeptisch über diese Bettheizungen, aber ich gebe zu, ich habe sie eingeschaltet und genossen! Vor allem da die Raumtemperatur momentan nur 5 Grad Celsius beträgt. Ich freue mich bereits wieder auf die kommenden Sonnenstrahlen und den nächsten Tag!

Und bereits um 7.00 haben wir die Sonne im Gesicht und wandern los Richtung Kongde, der höchsten aller Komfort Lodges. Der Weg ist abwechslungsreich, zwischen den Rhododendren erspähen wir immer wieder die Eisriesen. Kurz vor der Lodge wird der Weg anspruchsvoll, ist er doch eher ausgesetzt und teilweise vereist. Doch es wurde viel in die Wegsicherung investiert, Treppenstufen wurden in den Fels gehauen und Fixseile verlegt. Die Aussicht auf Everest, Lhotse, Peak 32, Island Peak, Kangtega, Ama Dablam, Thamserku und Kusum Kangkaru ist atemberaubend. Namche Bazaar auf der anderen Talseite scheint weit unter uns zu liegen.

Die Lodge in Kongde liegt majestätisch auf dem Hochplateau. Ein Teil der Lodge wurde während dem Erdbeben von 2015 zerstört, doch davon spürt man nichts mehr. Managerin Mingma Sherpa heisst uns herzlich willkommen und ist überrascht, dass wir bereits um die Mittagszeit hier oben sind. Wir geniessen für einen Augenblick die geheizte Stube, bevor es noch auf den 4618 m hohen Aussichtspunkt geht. Von hier sehen wir in die eine Richtung bis zum Everest hinauf und in die andere Richtung bis nach Lukla hinunter. Mir fehlen die Worte, ich schaue den farbigen, flatternden Gebetsfahnen zu und bin einfach glücklich! Wir verweilen fast eine halbe Stunde an diesem schönen Ort, bevor es wieder zum schönen Lodgeprogramm von Tee, Sonnenuntergang fotografieren, Happy Hour, feinem Abendmenü, Sternenhimmel fotografieren und ins geheizte Bett kriechen geht.

Unser letzter Tag führt uns steil bergab zurück nach Phakding und gleich weiter nach Lukla, wo wir auf die Everest Komfort Gruppe von Bergführer Peter Gschwendtner treffen.  Grad zur richtigen Zeit für den Lunch. Wir können Erfahrungen austauschen über das Trekking und alle kommen ins Schwärmen, diese fantastische Natur, dieser Komfort in den Lodges, dieses feine Essen und allem voran diese Herzlichkeit der Sherpas hier. Wir sind alle begeistert und stossen gemeinsam auf ein gelungenes Trekking an.

Bevor es nach Hause geht fliege ich noch kurz nach Bhadrapur in die Terai Ebene und übernachte in der Kasara Lodge direkt beim Royal Chitwan Nationalpark. Die Subtropen an der Grenze zu Indien gehören ebenso zu Nepal wie der Everest an der Grenze zu China. Und hier in der Natur beginnt der Tag frühmorgens um sechs mit einer Elefantensafari. Und da, nur kurz nach dem Start ruft unser Guide völlig aufgeregt: Tiger! Mir stockt der Atem, und für ca. 15 Sekunden erspähen wir ein Tigerpärchen, bevor es sich von dem trompetenden Elefanten davon macht. Ist das ein Schauspiel, was für ein Glück! Nachher sehen wir noch vier Panzernashörner und dann vom Einbaum-Kanu auf dem Rapti River aus noch viele Krokodile.

Nach so vielen Eindrücken fliege ich zurück in die Schweiz und bin erneut absolut begeistert von Nepal! Was für ein herrliches Land. Mal einfach nur Wandern, an den Gebetsmühlen drehen und die Natur geniessen! Die zwei Tiger im Chitwan Nationalpark waren da gerade noch das Tüpfelchen auf dem i.

So viel Abwechslung, so liebe Gastfreundschaft…das habe ich noch selten so erlebt.

Vielen Dank für diese wunderschöne Reise!

Dhaanyaabaad!

 

Beni Büchi auf dem Everest Komfort Trekking