Es ist ein Zurückkommen an den Platz, wo ich vor drei Jahren beim Bergsteigen die grössten Emotionen erleben durfte. Ich stand am 25. Mai 2014 auf dem Gipfel des 8848 m hohen Everest, dem höchstgelegenen Aussichtspunkt der Welt. Das ganze Meer von Himalaya-Gipfeln unter mir, ich genoss es einfach! Unvergesslich! Einmalig!

Christine und ich sitzen im Flieger Richtung Kathmandu, wir freuen uns, mit Mingmar Sherpa zusammen ein paar Tage im Everest Gebiet unterwegs zu sein. In der Hauptstadt sind die Temperaturen bereits schön frühlingshaft, in den Strassen das gewohnte emsige Treiben und Gewimmel. Zum Glück ist das Wetter auch am nächsten Tag gut und wir können planmässig nach Lukla fliegen. Touristen sind noch nicht viele unterwegs, es ist halt noch etwas kälter als im April und Mai. Die Rhododendren verteilen aber schon ihre ersten Farbtupfer, in tiefem rot und rosa leuchten sie uns entgegen. Auf dem Weg nach Lukla begegnen wir Schwerlastträgern und ganzen Yak Karawanen. Sie tragen Baumaterial, Gasflaschen, Bettdecken, aber auch Eier, Zucker und Reis. Einfach alles, was für die Saison gebraucht wird. In Namche Bazar auf 3400 m ist Wochenmarkt, hier werden Gemüse, Früchte, Hühner und alles Mögliche angeboten. Auch das musste alles hier hinauf getragen werden…

Seit wir vor drei Jahren das Everest Komfort Trekking ins Programm aufgenommen haben, steht diese einzigartige Bergwelt jetzt einem breiten Publikum offen. Unser Fokus gilt diesem Trekking, darum besuchen wir alle Lodges, besprechen Feedbacks und bereiten die Saison vor. Am Abend kommen wir jetzt selber in den Genuss dieser komfortablen Lodges. Heimelige Speicheröfen wärmen die traditionell bemalten Speiseräume und das Bett ist mit einer Bettflasche und einer Heizdecke vorgewärmt. Auch kulinarisch lassen wir uns verwöhnen, oft ist das Gemüse aus eigenem Anbau. Nun geht es weiter auf die Aussichtsterrasse nach Kongde auf 4200 m und das ganze Panorama liegt vor uns. Majestätisch überragt er alles, der Everest mit der typischen Windfahne. Jetzt kommen wieder Emotionen hoch! Welch ein Genuss, was für ein Privileg, hier zu sein!

Wir fliegen weiter zum Chitwan Nationalpark und Ang Nuru Sherpa, der Sohn von Mingmar Sherpa begleitet uns. Er hat soeben das Tourismus Studium mit dem Bachelor abgeschlossen und steigt jetzt in die Firma Aktivferien Nepal ein. Auf der Fusssafari, der Kanutour und beim Elefantenreiten fotografiert er was ihm vor die Linse kommt. Alles ist neu und spannend für ihn.

Es ist kaum zu glauben, dieser Kontrast zu den Himalaya Bergen. Als wir am Morgen mit dem offenen Jeep losfahren, ist es noch empfindlich kühl. Im Laufe des Morgens brennt die Sonne aber schon stark auf das offene Buschland. Jetzt sind wir zu Fuss unterwegs und der Atem stockt Christine, denn unser Guide zeigt uns frische Tigerspuren im Sand. Die Krokodile mit ihrem nicht unbedingt freundlich wirkenden Aussehen sind zum Glück am anderen Ufer des Sees. Natürlich sind wir immer mit zwei Guides unterwegs und müssen keine Angst haben. Wir sehen viele Hirsche und von den Pfauen hören wir nicht nur ihre typischen Laute, sondern sie führen uns ihr prächtiges Rad vor.

Zum Abschluss treffen wir die meisten unserer Guides in Kathmandu zu einem Meeting, einige sind jedoch bereits mit individuellen Gästen unterwegs im Everest Gebiet. Alle freuen sich, dass es endlich losgeht, hinauf zu den höchsten Bergen der Welt.

Hansruedi Büchi

Die Magie des Mount Everest