Dass Bhutan ein ganz spezielles Land ist, braucht man fast nicht mehr zu erwähnen. In keinem anderen Staat ist das „Glücklichsein“ in der Verfassung geregelt und wird als höchstes Gut gewichtet. Bei unserer Reise durch den Himalaya Staat, welcher etwa gleich gross ist wie die Schweiz, haben wir so viel Unglaubliches erfahren. Zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken.

– Abgesehen von ein paar heiligen Lamas und einigen Migranten aus Nepal war Bhutan bis 1961 hauptsächlich auf freiwilliger Basis isoliert. Keine Strasse führte ins Land, man konnte nur den anstrengenden Weg über die Bergpässe nehmen. Dadurch haben die meisten Bhutaner nichts von den Weltkriegen gehört.

– Um die Kultur und das eigene Land zu schützen, wurde der erste Fernseher erst 1999 importiert. Es war somit das letzte Land auf der Welt.

– In Bhutan gibt es ein eigenes Ministerium für Glück. Dieses führt jährlich Umfragen bei der Bevölkerung durch. Dabei werden Fragen gestellt, ob sie die Regierung als korrupt sehen, wie viele Gegenstände sie brauchen um glücklich zu sein, ob sie nachts im Dunkeln Angst vor Gespenstern haben, ob sie Bäume vor das Haus pflanzen oder ähnliches. So wird ermittelt, wo das Volk noch Wünsche hat und wie man diese umsetzen könnte.

– Ganz Bhutan hat zirka 750‘000 Einwohner, bei der fast gleichen Fläche wie die Schweiz. In der Hauptstadt Thimpu leben etwa 10% der Bevölkerung. In Paro, der Stadt mit dem einzigen Internationalen Flughafen, leben nur gerade etwa 2000 Menschen.

– Mittlerweile ist das Land gespalten in sehr traditionelle Kultur und Religion und in hochmoderne Infrastruktur. Die meisten Mönche besitzen Iphones und kommunizieren über WhatsApp. In Thimpu gibt es sogar neuerdings ein Kino. Bevor der Bollywood Film beginnt wird ein Bild des Königs eingeblendet und die Nationalhymne gesungen.

-Bhutan ist von der Monarchie geprägt. Und doch ist es seit 2008 auch eine Demokratie. Sie wurde von oben eingeführt, vom vierten König der Wangchuck-Dynastie, Jigme Singye Wangchuck, genannt K4, ist mit seinem ältesten Sohn durchs Land gezogen und hat in Versammlungen dem Volk die Vorteile der Demokratie empfohlen.

– Der König Jigme Khesar Namgyal Wangchuk ist der 5. Drachenkönig und wurde mit 26 Jahren zum jüngsten Staatsoberhaupt der Welt. In der Verfassung ist ebenfalls geregelt, dass der König mit 65 Jahren zu Gunsten seines Nachfolgers abdanken muss. Wenn die Nationalversammlung zu zwei Drittel dem König sein Misstrauen ausspricht, tritt er zugunsten seines Nachfolgers ab.

– Die Demokratie hat entschieden, dass sie ab sofort Rauchfrei sind. Denn Rauchen mache unglücklich.

– Die Bhutaner tragen fast immer ihre Tracht, Tempel dürfen auch nur so betreten werden. In ihrer Trachtfalte können sie ihr ganzes Büro mittragen und so erstaunt es dann doch sehr, wenn am Mittag sogar ihr Proviant aus der Falte kommt.

– Da Bhutan mit der Modernisierung mithalten wollte, haben sie sogar eine Verkehrsampel in Thimpu eingeführt. Das Ministerium des Glückes hat aber dann festgestellt, dass sie sich nicht gerne von einer Maschine kommandieren lassen und so wurde sie wieder abgeschafft.

Zehn Dinge, die man so noch nie über ein Land gehört hat