Irgendetwas ist diesmal anders, was ist es nur? Wir sind auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel in Kathmandu. Ja genau, jetzt wissen wir’s! In den Strassen wird nicht mehr gehupt! Was in den Strassen Kathmandus bis anhin ein richtig lautes und wirres Hupkonzert war, ist jetzt fast still. Ang Nuru klärt uns auf und erzählt, dass es seit dem Frühjahr ein neues Gesetz gebe, welches unnötiges Hupen verbietet. Wir merken ihm an, er ist sichtlich stolz, dass ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gemacht wird. Die jungen Nepali wollen etwas verändern, wollen ihr schönes Nepal den Touristen von der besten Seite zeigen. Ang Nuru hat diesen Sommer den Bachelor im Tourismus in Kathmandu abgeschlossen und arbeitet nun Vollzeit mit seinem Vater Mingmar für Aktivferien Nepal. Stolz zeigt er uns seine Visitenkarte. Er ist zwar noch sehr jung mit 22 Jahren, aber sehr ehrgeizig, genau und extrem gästeorientiert. Sein Vater hatte nicht lange das Privileg eine Schule zu besuchen. Schon mit zwölf Jahren begleitete er erste Expeditionen als Träger und später als Koch. Unzählige Male war er am Mount Everest, Lhotse, Makalu und weiteren Achttausendern als Hochträger und später als Sirdar (verantwortlicher Sherpa) tätig. Erst vor etwa 15 Jahren erbot sich ihm die Möglichkeit, sich in Kathmandu als Trekkingveranstalter selbständig zu machen. Schreiben, Lesen, Englisch und Deutsch hat er sich weitgehend selber beigebracht. Doch das Gebiet kennt er wie kein anderer. Er verblüfft uns immer wieder, über welche unglaublichen Kontakte er verfügt und wie er alles Unmögliche möglich macht. Nun ist er aber sehr froh, unterstütz ihn sein Sohn bei der Buchhaltung sowie in der Administration.

Für Aktivferien gehört es zu Philosophie, die Mitarbeiter zu fördern und ihnen in ihrem eigenen Land Perspektiven zu öffnen. Aus diesem Grund haben wir auch die Lehrerin Ngimi wieder in Kathmandu getroffen. Ihr haben wir das Studium in Englisch finanziert und zahlen ihr den Lohn, damit sie in Tapting unterrichten kann. Im Dorf, wo die meisten unserer Träger und Guides herkommen. Es ist immer sehr spannend zu erfahren, was in Tapting läuft und wie gerne die Kinder in die Schule kommen. Aus dem Heidi Buch, welches sie sich letztes Mal für die Bibliothek ausgesucht hat, liest Ngimi oft vor. Nun weilt sie in Kathmandu und trifft sich mit alten Studienkolleginnen, um Erfahrungen auszutauschen.

Ebenfalls sehr interessant war der Besuch bei der Hotelfachschule in Kathmandu. Die Global Academy of Tourismus and Hospitality Education, kurz GATE. Diese ist eine Partnerschule der Hotelfachschule in Thun, welche ich selber vor drei Jahren abgeschlossen habe. Chef Kumar zeigte uns die ganze Schule und wir durften den Deutschunterricht sowie den Küchenunterricht besuchen. Es war sehr spannend und eindrücklich, wie wissensbegierig und aufmerksam die Schüler sind. Nun streben wir eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Schule und deren Studenten sowie unseren Partnerhotels und Komfort Lodges an. Spontan hat Chef Kumar für unsere Trekking-Guides und Köche eine Schulung in Kochen, Backen und Küchenhygiene angeboten. Da ich mich mit dieser Schule sehr verbunden fühle, werde ich dieses Projekt gerne vorantreiben und begleiten. Wer weiss, vielleicht haben wir bald auch im Domaine du Frigoulet nepalesische Studenten.

Entwicklung und Förderung in Nepal