Diesmal begleite ich Hansruedi auf dem Weg zum Kilimanjaro nur bis zur Horombohütte. Kurz nachdem wir am Ruhetag von der Wanderung auf den Kibosattel zu den Horombohütten zurückkommen, erreichen die beiden Aktivferien-Gruppen mit Jürg und Yann ihr Tagesziel. In den teilweise müden, aber zufriedenen Gesichtern der Gäste ist auch die Spannung vor diesem grossen, bevorstehenden Erlebnis zu lesen. Welche Emotionen!

Am nächsten Tag nimmt Hansruedi seine 50. Kilibesteigung in Angriff. Nein, seinem Tempo kann ich mich nicht anschliessen. Ich wünsche ihm viel Glück und lasse ihn ziehen. Zusammen mit Goodluck wandere ich zurück nach Marangu, denn ich möchte mehr Zeit für die Entwicklung unseres Kilimanjaro Farmhouse einsetzen.

Das Frühstück am nächsten Morgen im wundervoll blühenden Garten des Farmhouse ist wunderbar. Evarest, unser Handlingsmanager am Kili, sitzt mit seinem Laptop am Nebentisch. Er hat seinen Arbeitsplatz mangels konstanter Internetverbindung im Haus nach Draussen verlegt, wohl einer der schönsten Arbeitsplätze…
Derweil klopft es am Tor, Sr Anna von den Kapuzinerschwestern ist da. Sie begrüsst uns herzlich und schelmisch fügt sie an, dass sie überprüfen möchte, ob die gestern von ihrem Kloster gelieferten Broccoli gepflanzt worden seien. Beim gemeinsamen Rundgang macht sie den Gärtnern dann aber ein grosses Kompliment. Was hier im Farmhouse in kurzer Zeit entstanden ist und bereits geerntet werden konnte, macht allen Freude. Sr Anna kommt etwa alle 2 Wochen ins Farmhouse und gibt Tipps, oft legt sie gleich selbst Hand an. Der Blumenkohl z. Bsp. behalte seine schön weisse Farbe, wenn man die Blätter so umknickt, dass das Gemüse vor direktem Sonnenlicht geschützt ist. Oder sie erklärt, wie man den Erntezeitpunkt der Randen erkennt. Beim Basilikum darf ich erklären, dass man immer die Mitteltriebe ernten muss, damit er nicht zu blühen beginnt. Basilikum ist zwar bereits sehr beliebt, man hat aber noch keine Erfahrung mit ihm. Leider entdecken wir am Kabis kleine weisse Fliegen, Sr Anna macht ein bekümmertes Gesicht. Mit kräftigen Wassergüssen oder einem pflanzlichen Spritzmittel muss hier reagiert werden. Sorgen macht uns im Moment auch die Trockenheit, dringend müssen wir an einer Lösung für einen Wassertank suchen. Freude haben wir an den kräftigen Tomatenstöcken, verschiedene Sorten haben wir angepflanzt. Die Guides staunen über die länglichen Früchte der Pelati, sie haben solche Formen noch nie gesehen. Für die derzeit anwesenden Gruppen konnten wir genügend Tomaten aus eigener Produktion mitgeben, wir sind stolz darauf!

Besuch im Kilimanjaro Farmhouse