Vom Magazin auf die Biketrails – Ride hat sich durch seine umfangreichen Tourenreportagen einen Namen gemacht. Die Ride-Macher nehmen ihre Leser aber auch direkt mit auf die Trails. Diesmal über Ostern auf unsere Trails rund um das Domaine du Frigoulet.

Ostern war dieses Jahr sehr früh, bereits Ende März.  Für Ride ein idealer Zeitpunkt, um mit dem Domaine du Frigoulet in die Saison zu starten.

Nach der individuellen Anreise aller Gäste gehen wir am Karfreitag mit Guide Thomi Giger und mir, Beni Büchi, das erste Mal auf die Trails.

Auf den Spuren der Höhlenbewohner

Am ersten Tourentag wollen wir die Region entdecken und neben den abwechslungsreichen Trails auch etwas in die Geschichte der Region eintauchen. Der Bois de Forestière mit seinen diversen Dolmen, Baume du Ronze, Aven d’Orgnac und fantastischen Aussichtspunkten bietet sich ideal dafür an.

Überall im Wald versteckt finden sich die Dolmen, was auf keltisch oder bretonisch so viel wie Steintisch bedeutet. Wir mögen uns an die Comics von Asterix erinnern, wie er bei heftigen Regenfällen mit Obelix darunter Schutz gesucht hat. Vor ca. 5500 Jahren waren diese Steintische als Familiengräber aufgebaut worden.

Weiter geht es zur Baume du Ronze. Baume steht im Französischen für eine eingestürzte Höhle. Und was es da alles zu sehen gibt. Stalaktiten, die Richtung Sonnenlicht wachsen, Farne, die vor 44 Millionen Jahren als erste Pflanzen aus dem Meer die Welt begrünten. Die Baume war zudem vom Ende der letzten Eiszeit bis in die Bronzezeit 2500 v. Chr. bewohnt. Wir können uns gut vorstellen, wie die Höhlenbewohner hier wohnten.

Über die Aven d’Orgnac, die grösste Tropfsteinhöhle der Region und einen fantastischen Aussichtspunkt mit Blick in den Grand Canyon Europas, geht es zurück ins Frigoulet und zum Après Bike Bier. Wir alle sind uns einig, hier gibt es nicht nur Trails zu entdecken, sondern ganz viel spannende Geschichte über die Region.

Zwei Regentage, doch wir bleiben frohen Mutes

Der Ostersamstag und Sonntag präsentieren sich leider von der regnerischen Seite. Trails werden zu Bächen. In der Regenpause entscheiden wir uns aber trotzdem, auf Trailjagd zu gehen. Rotsocken, Heimlifeiss und Eucalyptus Trail machen auch bei Regen grossen Spass. Am zweiten Regentag ist die Motivation jedoch etwas kleiner und der Drang zurück zum Bier oder feinen Rotwein um einiges grösser. Und vor allem ist auf Ostermontag gutes Wetter angesagt! Der Barjac Brocante und der Besuch einer Tropfsteinhöhle sind die tageskomplettierende Schlechtwetter Alternative.

Ein Trail Highlight und Sonnenschein zum Abschluss

Der Ostermontag präsentiert sich versöhnlich und perfekt herausgeputzt und wir starten direkt Richtung Ardèche Schlucht. Heute wollen wir hoch auf das Ardèche Plateau und von da auf den 6.5 km langen Heavy Duttli Trail bis wieder zurück zum berühmten Felsenbogen Pont d’Arc. Viele überschwemmte Wege lassen wir aus und staunen auf der Brücke über der Ardèche über deren Hochwasser. Knapp 4 m höher als normal und etwa doppelt bis dreifach so breit tost das Wasser die Schlucht hinunter. Durch einen mystischen Märchenwald pedalen wir durch die feuchte Morgenluft bis aufs Plateau und zu einem fantastischen Aussichtspunkt. Wir erspähen Geissen und auch den Trail, der sich aus dem Tal schlängelt. Doch was ist das für ein Tosen zuhinterst im Tal? Die Source de Tiourre, die sonst nie Wasser führt, hat sich in einen reissenden Bach entwickelt. Das wird bestimmt nasse Füsse geben, schmunzeln wir. Der Weg führt uns zuerst technisch, dann super flowig bis zum Fluss hinunter.

Thomi ist der Erste, der die Schuhe auszieht und durch knietiefes Wasser watet. Wir alle folgen ihm auf diese Weise, ausser Christoph, der zu fahren wagt. Kneippen ist heute für alle inklusive (auch für Christoph) und das kalte Wasser belebt uns.

Der Trail danach mit all seinen gelben Ginsterbüschen, Iris und Osterglocken bis zur Ardèche ist heute besonders schön herausgeputzt und farbintensiv, er begeistert uns total! Am Pont d’Arc vorbei geht es heute nach Vallon und zum wohlverdienten Bier und Glacé in der wärmenden Sonne.

Zum Schluss gönnen wir uns noch eine Runde auf dem Course Olympique in Salavas. Mit dem Glacé im Magen sind wir froh, dass wir auf dieser abwechslungsreichen Strecke, die vom französischen Leistungszentrum extra für Olympia gebaut wurde, jetzt kein Rennen fahren müssen. Spass haben wir aber sehr viel in den Anliegern, Rockgarden und der insgesamt sehr flowigen Strecke.

Gut gelaunt kehren wir am späten Nachmittag zurück ins Frigoulet. Zufrieden und begeistert schliessen wir den Event im Domaine du Frigoulet ab.

 

Teile diesen Beitrag
Ride Camp Ardèche, Domaine du Frigoulet