Im Februar hatten Christine und ich die Möglichkeit, mit einer Freundin aus der Ardèche nach dem schwarzen Gold, der Truffel, zu suchen. Um einen Blog schreiben zu dürfen, musste ich allerdings unserer Freundin versprechen, weder ihren Namen noch den des Hundes zu nennen und keine Fotos zu veröffentlichen, bei welchen man die beiden sehen könnte. Selbstverständlich halte ich mich gerne daran, denn auch wir machen uns Sorgen um den herzigen Wuschelhund, dazu jedoch später mehr.

Nennen wir die beiden nun für den Blog Nicole und ihren Hund Willy. Christine und ich sind voller Vorfreude, suchten wir doch schon vor zwei Jahren Trüffel und wurden sogar fündig. Nun erwarten wir aber nicht allzu viel Erfolg, denn der kleine Willy ist erst 9 Monate alt und sehr verspielt. Die erste halbe Stunde beschäftigt er sich lieber mit Stöckchen holen, am Boden zu wälzen und sich auszutoben. Doch ein bisschen Arbeit dürfen wir schon noch von ihm verlangen… Nicole hält ihm ein Käsestückchen hin, welches er jeweils als Belohnung für einen gefundenen Trüffel erhält. Jetzt ist sein Suchinstinkt geweckt! Zielgerichtet und ohne sich beirren zu lassen stürmt er auf eine alte Eiche zu und beginnt zu buddeln. Nicole muss sehr konzentriert und aufmerksam sein, denn auch Willy frisst den edlen Pilz fürs Leben gern. Nur kurze Zeit später hält sie uns triumphierend die erste schwarze Knolle hin. Wir haben kaum Zeit, uns daran zu freuen, kommt schon die nächste und die nächste Knolle zum Vorschein. So geht es etwa im 5 Minuten Takt weiter, bis wir über 10 schöne Trüffel zusammen haben! Willy gehört wirklich zu den besten Trüffelhunden der Region. Was er mit seinen erst 9 Monaten findet, ist eine gewaltige Leistung. Das ist der Grund, warum sich Nicole solche Angst um ihren kleinen Hund macht. Es tönt nach französischem Krimi, aber es wäre leider nicht der erste Trüffelhund, der aus Neid wegen seines guten Spürsinns vergiftet würde.

Da es das Wetter nicht gut mit uns meint, brechen wir die Suche triefend nass nach etwa einer Stunde ab. Gefunden haben wir ja bereits mehr als erwartet. Wir stehen noch kurz vor der Reception zusammen und ich frage Nicole, wie man einem Hund die Suche nacht Trüffeln beibringt. Von Beginn weg wurde sein Spielzeug mit Trüffelöl parfumiert, erzählt Nicole, und Willy sucht eigentlich immer nur danach. Trainings hat sie mit ihrem Willy im eigenen Garten gemacht. Ebenfalls besitzt ein Lagotto Romagnolo Hund eine über 700 Mal feinere Nase als wir Menschen. Wir sind ganz in unser Gespräch vertieft, bis wir Willy bemerken, der in unsere frisch angesäte Rabatte vor der Reception hüpft, zu buddeln beginnt und die schönste Knolle des Tages hervorzaubert!

Die Pasta am Abend mit geriebenem Trüffel und zerlassener Butter, mmh ein Personalessen der Superlative!

Trüffel, das schwarze Gold