Ecuador übt einen besonderen Charme auf mich aus. Ich lande in Quito und atme zuerst einmal tief durch. Das Wetter ist frühlingshaft, Blumen und Bäume blühen hier auf 2800 m ü. M. Herrlich!

Der Fokus dieser Reise ist auf den Cotopaxi Nationalpark gerichtet. Es herrscht Aufbruchstimmung, der Nationalpark ist wieder geöffnet. Der Cotopaxi hatte nach 150 Jahren Ruhephase letztes Jahr ganz Quito in Atem gehalten. Für Ecuadorianer ist es nicht ungewöhnlich, dass jedes Jahr wieder ein anderer Vulkan Lava speit. Aber der weltweit bekannte Nationalberg war natürlich für alle ein grosses Thema, denn der 5897 m hohe Gipfel ist für viele Bergsteiger schlicht ein Traumberg.

Bereits um 6.00 Uhr früh holt mich Karl Egloff, unser Geschäftsführer von Aktivferien Ecuador, im Hotel ab und wir fahren gemeinsam zum Cotopaxi Nationalpark. Auf dem Weg erzählt er, dass er am Tag zuvor mit Aktivferien Gästen am 4199 m hohen Pasochoa unterwegs gewesen sei und am Gipfel sechs Kondore knapp über ihren  Köpfen gekreist hätten. Es sei fast beängstigend gewesen, diese mächtigen Vögel mit einer Flügelspannweite von 3.5 m aus so kleiner Distanz zu beobachten. Selbst Karls Husky, der die Wanderung begleitete, ging in „Deckung“. Am Cotopaxi Nationalpark begrüssen uns die Ranger sehr freundlich. Strahlend kommt auch eine Indiofrau auf uns zu, sie führt beim Parkeingang einen kleinen Kiosk mit handgemachten Textilien. Den Tag, als die letzte Aktivferiengruppe vorbeikam, werde sie nicht mehr vergessen, erzählt sie. Für über 500 Dollar hätten die Gäste Waren gekauft, ein Glückstag! Wir fahren weiter, es geht durch den wilden Nationalpark, wo eine Herde mit unzähligen Wildpferden friedlich weidet. Plötzlich reissen die Wolken auf und öffnen den Blick auf den Cotopaxi. Wir parkieren unseren Landcruiser und steigen hoch bis auf über 5100 m zu den Gletschern. Atemberaubend. Der Neuschnee glitzert, alles ist schneeweiss und nichts vom Ascheregen vom letzten Jahr ist mehr sichtbar. Beim Abstieg kommen wir an der José Ribas Hütte auf 4864 m vorbei und besuchen den neuen Hüttenwart Fernando Rubio. Die Hütte wurde vollständig neu gebaut und wird jetzt neu eingerichtet. Das ganze Personal der Hütte begrüsst uns und alle gratulieren Karl, denn er wurde am Tag zuvor zum Sportler des Jahres in Ecuador ausgezeichnet. Seine aussergewöhnlichen Leistungen in den Bergen wurden so gewürdigt. Der Hüttenwart möchte nun Fotos von Karls Bergerlebnissen, um damit die Hütte zu dekorieren. Wir verabschieden uns wieder, steigen ab und fahren hinunter zur Hacienda Los Mortinos, unserem „Basecamp“ am Cotopaxi. Pablo erwartet uns und hat bereits das Mittagessen vorbereitet. Wir fühlen uns wie in einer Oase. Rund um die Hacienda tummeln sich unzählige Wildkaninchen, Lamas und Alpacas weiden auf den Wiesen. Pablo zeigt uns dann stolz seine „Baustelle“. Er baut als erste Hacienda am Cotopaxi einen Spa-Bereich, mit türkischem Bad, Sauna, Indoor und Outdoor Pool. Vom Outdoor Pool hat man eine fantastische Sicht auf den Cotopaxi und wir können uns jetzt schon vorstellen, was für ein herrliches Gefühl es ist, nach einem Trekkingtag oder nach der Cotopaxi Besteigung im heissen Pool zu entspannen.

Ja, es herrscht wahrlich Aufbruchsstimmung am Cotopaxi.

Aufbruchstimmung am Cotopaxi