Khumbu – für viele Bergsteiger und Trekker ein magischer Name. Die abgelegene Region im nordöstlichen Nepal liegt hoch im Himalaya und reicht an den Fuß des höchsten Berges der Welt,den 8848m hohen Mount Everest. Hier ist das Herzland der Sherpas mit ihrer ganz eigenen Kultur. Neben dem Mount Everest befinden sich aber dort noch eine ganze Reihe weiterer berühmter Himalayagipfel. Die 8000er Lhotse und Cho Oyu, die 7000 er Nuptse und Pumori und vor allem die edel geformte, weiß leuchtende Pyramide der Ama Dablam – das „Matterhorn Nepals“.

9 Gästen darf ich im Rahmen des phantastischen Gokyo – Everest Trekkings diese Region näher bringen. Schon der Anflug auf Kathmandu gestaltet sich spektakulär. Bereit für den Landeanflug verhindern starke Turbulenzen den ersten Anflug zum Tribhuvan International Airport von Kathmandu und plötzlich sehen wir wieder die weiten Ebenen Indiens unter uns.

Gut geschüttelt aber nicht gerührt werden wir schliesslich 2 Stunden später als erwartet herzlich von Te Kumar Rai – unserm Leadguide der kommenden 2,5 Wochen – vor dem Flughafengebäude erwartet. Blumenkränze, Gruppenphoto und eine erste Fahrt durch die Metropole Kathmandu lassen uns langsam realisieren: jetzt sind wir dabei und auch schon mittendrin. Kurz das Gepäck im Zimmer abstellen eine schnelle Dusche und wir treffen uns mit Mingmar Sherpa, Geschäftsleiter von Aktivferien Nepal, für ein reichliches Welcome Diner mit nepalesischer Musik und Tanzdarbietungen.

Kurz ist die Nacht – um 5 Uhr am Morgen stehen wir schon am Flughafen und besteigen pünktlich die Sita Air. Nach einem traumhaften Flug mit unvergesslichen Aussichten auf den Himalaya landen wir glücklich in Lukla.

Waren die ersten Tage etwas hektisch kehrt nun Ruhe ein. Wir trekken gemütlich via Namche ins Gokyo Tal, besteigen den Gokyo Ri 5365m zum Sonnenaufgang, freuen uns über die flatternden Gebetsfahnen am Chola Pass 5360 und unterdrücken Tränen der Freude und Rührung als wir auf dem Kala Patar 5675m stehend, zusehen wie die letzten Sonnenstrahlen den Mount Everest 8848m in Goldene Farben tauchen. Für viele geht hier ein lebenslanger Traum – den Mount Everest aus nächster Nähe zu sehen – in Erfüllung. Dementsprechend staunend, ja ehrfürchtig erwarten wir den Moment bis auch seine Spitze als wirklich Allerletzte in den Schatten eintaucht. Den Abstieg nach Gorakshep, mit 5207m der höchsten Übernachtungsort unseres Trekkings, bewältigen wir schweigend. Jeder hängt seinen Gedanken nach, während Dunkelheit und Nebel uns mystisch einhüllt.

In Dingboche schmieden wir neue Pläne. Wer steigt den Island Peak 6189m hoch, wer erwandert den ebenfalls wunderschönen Chugung Ri 5550m. Als wir nach 3 Tagen wieder in Dingboche in der Vally View Lodge bei Gelu Sherpa gemeinsam zusammensitzen und ein echtes Schweizer Käsefondue geniessen überstürzen sich fast die Erzählungen. Fazit: alle sind glücklich – alle zufrieden. Einmal mit ihrer persönlich vollbrachten Leistung aber auch über das Geschenk nochmals bei bestem Wetter auf einem traumhaften Gipfel gestanden zu sein.

Zurück in Namache geniessen wir gemeinsam mit unserer weltbesten Crew Te Kumar Rai, Babi Rai, Ang Nuru Sherpa und Baburam Rai einen Apero bei Bier und Wein in der Moonlight Lodge. Das übriggebliebene Bündnerfleisch, was so mancher Gast noch aus dem Rucksack befördert macht den Apero fast zu einer vollständigen Mahlzeit und zaubert dazu unsern Guides ein fettes Grinsen ins Gesicht.

Der kleine Flieger der Sita Air bringt uns wieder wohlbehalten von Lukla nach Kathmandu. Was für ein Kontrast bietet uns nun diese quirlige Metropole nach diesen Tagen der Stille und Abgeschiedenheit.

Als wir am 29.10. nach 2 spannenden Tagen Grosstadt, spätabends in Kathmandu den Flieger besteigen regnet es. „Der Himmel weint“ sagt Mingmar und schmückt jeden von uns mit einem Khata. Mittlerweile habe ich unzählig davon zu Hause. Sie bedeuten in etwas soviel wie: viel Glück auf Deiner Reise und komme wieder. So sitzen wir mit unsern „Schals“ schlussendlich beim letzten Kaffee im Flughafengebäude gemeinsam zusammen und sind uns einig:

die Herzlichkeit dieser Menschen und die grandiose Landschaft lässt uns nicht zweifeln. Wir kommen wieder – früher oder später.

Elli Meyer, Diplomierte Bergführerin

 

 

 

 

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„Goldener Everest“ oder „die letzten Sonnenstrahlen an der Spitze des höchsten Berges der Welt“ – Gokyo Everest Trekking