Karibu sana Mr. Hans. Herzlich werde ich im Kilimanjaro Farm House empfangen von unseren Guides Livingstone, Evarest, Goodluck, Yobu, Remmy, Goodlisten usw. Jambo Boss, freudestrahlend umarmen wir uns. Endlich, es geht wieder los, die Trekking Saison am Kilimanjaro kann beginnen. Auch für mich ist es immer wieder etwas vom Ergreifendsten, am Kilimanjaro unterwegs zu sein. Dieser Berg hat auch nach 30 Jahren einen besonderen Reiz für mich! Abschalten vom Alltag und von der Hektik, die Ruhe und die Natur am Äquator zu erleben mit der ganzen Vielfalt von Pflanzen, Vögeln und der Tierwelt. Bei einer Pause während der Besteigung in die Wiese zu liegen und das Wolkenspiel und das Glitzern des Hängegletschers zu beobachten oder hinunter zu schauen auf die 3000 m tiefer liegende Savanne. Einfach geniessen, diese sagenhafte Weite Afrikas. Ja, es ist auch ein Ritual mit unseren treuen Guides und es ist wichtig, persönlich hier zu sein. Die Menschen zu spüren mit ihren Anliegen und persönliche Gespräche zu führen, das kann die moderne Technik nie ersetzen. Afrika funktioniert auf eigene Weise, und dieses Mal bin ich wirklich wieder einmal überrascht: Die Parkverwaltung des Kilimanjaro Nationalparks unter der Leitung von Director Betrita und Tourismus Manager Charles haben die meisten Anliegen von uns umgesetzt und viel in die Infrastruktur der Marangu Route investiert. Zwei neue grosse Häuser wurden auf Horombo auf 3780 m gebaut. Im Haupthaus, wo die Mahlzeiten eingenommen werden, gibt es Stühle anstelle der langen Sitzbänke und für die Führer und Träger wurde endlich eine neue Toilette gebaut und mit einwandfreien sanitären Anlagen ausgestattet. Ganz neu wurden wenige Doppel-Bungalows gebaut, sie sind ausgestattet mit Toilette und Lavabo. Eine neue Wetterstation beim Hüttenwart gibt Aufschluss über die Verhältnisse der kommenden Tage und ein Solarpark erzeugt Energie. Und endlich, nach unserem jahrelangen Drängen wurde beschlossen, die Rongai Abstiegsroute neu zu führen. Dadurch wird die Marangu Route sehr entlastet.

In der Horombo Hütte werde ich vom Hüttenwart Timothey und vom Ranger James begrüsst und herumgeführt. Die Handwerker sind fleissig an der Arbeit, denn bereits in einem Monat geht die Saison los und alles muss bereit sein.

Zurück wieder im Tal in Marangu besprechen wir die Weiterbildung für unsere Guides, sie findet in den nächsten Wochen im Kilimanjaro Farm House statt. Für viele unserer Guides nichts Neues, aber das gehört auch zum Ritual vor der Saison. Zudem kann ich die neuen Uniformen von Mammut übergeben. Die Guides freuen sich jedes Mal und sind stolz auf die brandneuen Softshell- und Gore Tex-Jacken mit der Etikette von Mammut. Ja, das ist wichtig, dass die originale Etikette noch dran ist, nur dann sind die Jacken wirklich neu. Bis zum Saisonstart am 1. Juli müssen sie die Etikette dann aber abschneiden…. Ja, Afrika ist wirklich anders, aber einfach cool und es wird viel gelacht, einfach herrlich.

Zum Abschluss kommt natürlich von unseren Guides die alles entscheidende Frage: Wie sieht es mit den Buchungen aus? Ich gebe ihnen nicht direkt Antwort. Zuerst teile ich ihnen mit, dass die Gäste von der letzten Saison überglücklich nach Hause gekommen sind. Dass diese gut über Aktivferien und über das ganze Team am Kilimanjaro gesprochen haben und dadurch viele Freunde auch auf den Kilimanjaro kommen. Spontan kommt ein Applaus! Und dann natürlich die Erlösung, dass alle Reisen für die kommende Saison durchgeführt werden können. Spontan beginnen die Guides zu tanzen. Auch das gehört zum Ritual.

Zum Abschluss meines Kilimanjaro Besuches werde ich noch in die Samanga Primary School eingeladen, die gleich neben unserem Kilimanjaro Farm House liegt. Die Schulleitung und die Lehrer wollen sich bei uns noch persönlich bedanken für die gespendeten Schreibtische und Stühle, die in der Schreinerei in Marangu hergestellt worden sind. Vor einem Monat wurden die neuen Möbel feierlich übergeben. Wie es immer bei solchen Einladungen üblich ist, erwarten sie von mir eine Rede und jeder Lehrer hält auch noch eine Rede und zum Abschluss wird mir noch ein Zertifikat ausgehändigt. Rituale gehören zu Afrika und werden überall gelebt.

Afrika ist anderes, Afrika ist einmalig: Der Schnee am Kilimanjaro, die Weite der Savanne, die Tierwelt, der weisse Sandstrand auf Zanzibar und die Menschen die mir ans Herz gewachsen sind. Tanzania ich komme wieder! Karibu tena!

 

Rituale am Kilimanjaro