Nepal, nach 7 Jahren bin ich wieder zurück in meinem geliebten Nepal, im Himalaya. Ich bin gerne hier, ich liebe die Berge, die Natur, und davon hat es reichlich hier. Morgens, vor dem Frühstück mit einer Tasse Nepalichai in der Hand vor der Lodge zu stehen, und die wunderschönen Berge in Himalaya betrachten.

Glasklar und zum Greifen nah. In diesem Moment ist es egal, welche Namen den Bergen gegeben wurde. Ist es ein 6000er oder ein 7000er oder noch höher? Das spielt keine Rolle, es ist einfach nur ein wunderschöner Moment an einem wunderschönen Ort.

Aber nicht nur die Berge und die Natur in Nepal haben es mir angetan, da gibt es noch etwas anderes und zwar die Menschen. Sie sind so liebevoll und herzlich, ehrlich und hart arbeitend, hier fühle ich mich zu Hause.

Und nach so vielen Jahren wieder altbekannte Gesichter zu sehen: Mingmar, der Geschäftsführer von Aktivferien Nepal, Tekumar, mit ihm war ich schon vor 7 Jahren zusammen auf einem Trekking in Nepal. Aber auch neue Gesichter zu sehen und kennen zu lernen wie Lila und Nawang Sherpa, unsere zwei anderen Guides, ist ein Geschenk.

Am 15.Tag unseres Gokyo-Everest Trekkings gehen wir von Chukhung ins Basecamp des Island Peak. Über Nacht hat es ein paar Zentimeter geschneit, die Landschaft erscheint wie frisch gezuckert. Bei schönstem Wetter erreichen wir um die Mittagszeit das Basecamp.

Das Mittagessen wird im Mannschaftszelt auf Klappstühlen und Campingtischen eingenommen. Es gibt eine heisse Suppe und die besten Spaghetti der letzten 2 Wochen, da haben wir so richtig zugeschlagen.

Und ein Geburtstagskind haben wir heute auch noch unter uns, happy Birthday Bruno! Ihn haben wir auf 5100m mit einer Bündner Nusstorte überrascht und gefeiert.

Nach dem Mittagessen gehen unsere Trekker mit Nawang zusammen zurück nach Chukhung.

Peter, Roland, Lila, Tekumar und ich freuen uns auf die kommende Nacht, auf den Aufstieg zum Island Peak.

Am Nachmittag gehen wir nochmals unsere Ausrüstung durch. Es wird alles eingerichtet, wir installieren ein Fixseil und üben mit Peter und Roland das Aufsteigen und Umhängen mit der Steigklemme und das Abseilen.

Da wir nicht die einzigen sind, die den Island Peak besteigen möchten, beschliessen wir etwas früher als üblich los zu laufen. Wir stellen den Wecker auf 23:45. Kleines Frühstück mit Tee, Kaffee und Porridge und um 0.30 sind wir dann die ersten, die vom Basecamp loslaufen.

Was für eine wunderschöne Nacht! Sternenklar mit einem leuchtenden Mond und mit minus 6 Grad doch eher frisch.

Mit gleichmässigem, stetigem Schritt geht es Meter um Meter bergwärts.

Wir sind gut unterwegs, noch in der Nacht erreichen wir den Crumpants Point. Hier ziehen wir unsere Steigeisen und Klettergurte an, seilen uns an. Es ist beissend kalt und man darf nur kurz die Handschuhe ausziehen, um Schnallen zu schliessen oder Gurte festzuziehen. Peter und Roland sind froh um die Hilfe von Lila und Tekumar.

Wir haben total 260 Meter Fixseile mit hochgenommen, um unabhängig von anderen Gruppen zu sein. Lila und Tekumar gehen voraus, um diese zu installieren. Ich mit Peter und Roland am Seil folgen in etwas langsamerem Tempo.

Ich bin erstaunt, wie stark sich hier der Gletscher verändert hat. Noch vor 7 Jahren war er eher einfach zu begehen. Heute braucht es Hilfsmittel wie Aluleitern, um über Seracs zu steigen und  fünf Meter breite Gletscherspalten zu überqueren.

Wunderschön diese Eislandschaft mit all seinen Türmen und Spalten, und der neue Tag der sich langsam ankündigt. Der Himmel färbt sich violett- rosa – orange, mehr und mehr und irgendwann werden die ersten Spitzen ins Sonnenlicht des neuen Tages getaucht, einfach fantastisch.

An der Gipfel-Eiswand angelangt, seilen wir ab. Die letzten 200 Meter bis zum Gipfel, über den Bergschrund immer steiler werdend bis 50 Grad an den neuen Fixseilen gesichert. Ein paar Schritte, kleine Pause, ein paar Schritte, kleine Pause, in diesem Rhythmus geht es immer weiter.

Um 05:45 stehen wir auf dem Gipfel des Island Peaks.  Wir umarmen uns, klopfen einander strahlend und glücklich auf die Schultern.

Ich bin glücklich hier zu sein und mit zwei so tollen Menschen wie Lila und Tekumar zusammen zu arbeiten. Blindes verstehen, einander vertrauen, so als würde man das Tag täglich zusammen machen. Und mit Peter und Roland ihre Freude zu teilen und ihr strahlen in ihren Augen zu sehen, bereichert mich.

Der Abstieg verläuft gut, da wir unsere eigenen Seile installiert haben können wir ungehindert abseilen und müssen nicht mit all den Nachkommenden die Seile teilen. Tekumar und ich sind mit unseren zwei Gästen abgeseilt und Lila hat unsere Seile demontiert und abgenommen. Nach gut zwei Stunden sind wir bereits wieder im Base Camp. Nach ein paar Stunden treffen wir in Dingboche unsere Trekker wieder, die Gruppe ist wieder vereint. Wir werden mit Fragen gelöchert  und haben so einiges zu erzählen.

Vier Tage später zurück in Katmandu. Es ist schön warm. Zu den vergangenen Tagen jedoch eher  hektisch und laut, so viele Leute, Autos, die Zivilisation hat uns wieder. Wir geniessen es, und wenn man dann doch eher zu viel davon hat gibt es ja noch so wunderschöne Orte wie den Garden of Dreams in Katmandu.  In diesem man einen Nachmittag mit den Menschen, die man die letzten Wochen kennen und schätzen gelernt hat, mit schönen Gesprächen und einem guten Glas Wein verbringen kann. Eine fantastische Nepal-Reise geht zu Ende.

Ich freue mich auf das nächste Zurückkommen

Kurt Kessler

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