Mein Name ist Thomas Zwahlen, genannt Tom. Ich bin Bergführer und leite immer wieder gerne Touren für Aktivferien. Auf vielen Bergen der Welt war ich bereits unterwegs. Der Kilimanjaro gehörte schon vor vielen Jahren zu meinen 7 Summits, welche ich besteigen durfte. Egal ob Kibo oder Everest, die traumhaften Landschaften, das Erlebnis einer Bergbesteigung und das Gipfelglück sind für mich einfach immer wieder Motivation und Anreiz, solche Traumtouren zu unternehmen.

Oft werde ich gefragt, auf welcher Route ist es am schönsten auf den Kilimanjaro zu steigen? Gerne gehe ich deshalb auch auf die Routenwahl am Kilimanjaro ein. Ich selber habe schon verschiedene Routen bestiegen und aus meiner Sicht ist der Weg über die Marangu Route sicher eine der schönsten und abwechslungsreichsten Strecken und sie bietet hervorragende Voraussetzungen für einen Gipfelerfolg.

Marangu ist als Start der Besteigung einfach perfekt. Hier können wir mit Ruhe in Afrika ankommen und uns zwei Tage lang akklimatisieren. Auf der Tour übernachten wir dann jeweils nicht in Zelten, sondern in Hütten. So sind wir vor dem Wetter geschützt, können uns im Trockenen erholen und schätzen die komfortable Unterkunft. Diese Hütten müssen im Voraus verbindlich reserviert und bezahlt werden. Das birgt für die Veranstalter ein gewisses Risiko, wenn sie nicht wissen, ob sie genügend Teilnehmer zusammenbekommen. Deshalb weichen sie lieber auf die Zeltrouten aus, die aber viel weniger Komfort bieten. Die Marangu Route ist als einzige Route limitiert, pro Tag werden nur ca. 65 Personen reingelassen, eben nur noch so viele, wie auch in den Hütten Schlafplätze sind. Mit den neuen Bestimmungen zur verbindlichen Reservation und mit dem neuen Besucherlimit ist es nun einfach herrlich am Abend mit den Gästen in der Hütte die weitere Tour auf das Dach von Afrika zu besprechen und gemütlich den Abend mit einem Tee oder Kaffee ausklingen zu lassen.

Vorteile sehe ich vor allem auch darin, dass unsere Gäste sich in den komfortablen Hütten jeweils bestens erholen, die nassen Sachen trocknen können und so gut ausgeruht und fit für die nächste Etappe sind – eine wichtige Voraussetzung für den Gipfelerfolg, unser aller Ziel.

Je mehr sich unser Körper ausruhen kann und guten Schlaf findet, desto grösser sind auch unsere Gipfelchancen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist deshalb der Akklimatisations-Tag in den Horombo-Hütten. Manche relaxen einfach bei den Hütten, andere können eine leichte Wanderung durchs Mawenzital zu den Zebrafelsen auf den Kibo Sattel unternehmen und sich so optimal an die Höhe anpassen.

Mit der Besteigung über die Marangu Route kommen wir am schnellsten auf den Kraterrand, den Gillmans Point, welcher mit einer eindrücklichen Kraterwanderung zum Uhuru Peak, dem Gipfel führt.  Diese Tour ist einfach unglaublich schön und sehr zu empfehlen.

Auf dieser historischen Route sind wir auf den Spuren der Erstbesteiger: dem Leipziger Geographen Hans Meyer und dem Tiroler Ludwig Purtscheller, die nach 3 erfolglosen Versuchen dann im Jahr 1889 den Kibo erreicht haben.

Auf der Marangu Route können wir durch sämtliche Vegetations- und Klimazonen von Afrika wandern. Was für eine Abwechslung und Artenvielfalt uns hier erwartet. Zuerst der Aufstieg durch den tropischen Regenwald, in der feuchten Klimazone dichte Bäume, üppiges Gewächs und Blumenvielfalt. Hier brauchen wir Regenkleidung, da es eigentlich fast immer einmal regnet – mit dem Vorteil, dass mit Regentropfen behangene Pflanzen einmalige Bilder hervorzaubern und bald schon kommt wieder die Sonne hervor.

Etwas weiter oben folgt die Zone mit herrlichen Kakteenbäumen und später die Heidewälder und Hochmoore, mit Erikas und Senezien. Weiter geht es durch surreale Stein- und Lavawüsten bis hinauf zu den kargen Felsen und ins ewige Eis der Gipfelregion.

Dies alles in einer Woche – eine Vielfalt ohne Vergleich.

Von den Horombo-Hütten führen einfache, breite Wege bis hinauf zur Kibo Hütte. Unter einem unbeschreiblichen Sternenhimmel startet man um Mitternacht im Lichtschein der Stirnlampen zum Uhuru Peak des erloschenen uralten Vulkans auf 5895 Meter über dem Meer, dem höchsten Punkt Afrikas. Auf dieser Route mit den guten Wegen können wir langsam aufsteigen und unsere Reserven bestens einteilen. Wir haben immer wieder Zeit die einmalige Aussicht zu geniessen. All das erhöht unsere Gipfelchancen.

Ja und wenn wir uns schon auf den Weg zum Kilimanjaro gemacht haben, darf nach einem so grossartigen Trekking natürlich auch eine Safari in den Nationalparks nicht fehlen. Einfach herrlich hier in freier Wildbahn Elefanten, Leoparden, Löwen, Gnus und viele weitere Tiere aus nächster Nähe zu bestaunen.

Und last but not least geht es am Schluss noch zur Insel Zanzibar, einem weiteren Höhepunkt. Korallenriffe, schneeweisse Sandstrände und herrliche Düfte von der Gewürzinsel werden uns verzaubern.

Unsere Beine, welche von der Besteigung des Kibo etwas strapaziert waren, sind nach diesen Tagen wieder bestens erholt. Was für eine Abwechslung auf unserer herrlichen Reise zum Kilimanjaro. So lässt es sich mit vielen herrlichen Erinnerungen wieder in die Schweiz zurückfliegen.

Bis bald einmaI am Kilimanjaro?
Thomas Zwahlen

2. Etappe, der Blick auf den Kilimanjaro wird frei
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Thomas Zwahlen auf der Marangu-Route zum Kilimanjaro