Grünes Afrika, das hätten wir um diese Zeit nicht erwartet, denn die Regenzeit beginnt in der Regel erst Ende März. Verantwortlich für den Regen war der Tropensturm in Madagaskar, der Ausläufer bis nach Südtanzania sendete.

Hansruedi Büchi und Nadège Gillioz, Reiseexpertin für Tanzania, sind diese Woche begeistert von Südtanzania nachhause gekommen. Hier ihre Impressionen und ihren Reisebericht zu dieser atemberaubenden Safari-Reise.

Mikumi Nationalpark

Was für ein fulminanter Start schon am ersten Safari-Tag. Bereits aus der Luft erkennen wir die ersten Elefanten, sie grasen auf der Landebahn im Mikumi Nationalpark. Alles ist grün und tausende von Tieren erwarten uns im Nationalpark. Unser Safari-Driver Geofrey lacht nur, als er unsere Begeisterung sieht und er meint nur: «Everyone is happy now». Ja tatsächlich, die Vögel balzen um die Wette, die Impala Böcke erkämpfen ihren Rang in der Herde und Schmetterlinge tanzen in den Himmel. Am Main Gate ist die ganze Nationalparkbehörde bereits informiert, dass wir persönlich kommen und sie empfangen uns herzlich. Es ist ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, denn viele Ranger und Verwaltungsangestellte, die jahrelang am Kilimanjaro Nationalpark arbeiteten, sind jetzt beim drittgrössten Nationalpark, dem Mikumi, angestellt. Der ehemalige Chefranger vom Kilimanjaro Nationalpark Herman Baltazar, mit dem ich oft unterwegs war am Kilimanjaro, ist jetzt neu Tourismus Direktor des Mikumi Nationalpark.

Udzungwa Nationalpark

Südtanzania ist noch nicht wirklich bekannt, aber es bietet ein ursprüngliches Afrika und grossartige Gegensätze. Der Udzungwa Nationalpark, der nur zwei Autostunden vom Mikumi entfernt liegt, ist ein Juwel. Am Fusse der 170 m hohen Sanje Wasserfälle treffen wir unseren Guide Chacha. Zu Fuss steigen wir hoch durch den Bergurwald mit seinen Pflanzen und Tieren, von denen einige nur hier vorkommen und sonst nirgends auf dieser Welt. Eigentlich wollten wir an einem Stück hochsteigen, aber Chacha stoppt immer wieder und zeigt voller Stolz auf einen Schmetterling, dann auf einen Frosch, auf blühende Sträucher und immer wieder die Bemerkung: «die kommen nur hier vor». Es ist bekannt, dass die Udzungwa Mountains noch viele unentdeckte Arten verbergen und voller Geheimnisse sind. Je höher wir kommen, desto angenehmer werden die Temperaturen und wir spüren die Frische der imposanten Wasserfälle. Die Aussicht hinunter in die Savanne ist grossartig. Wir sitzen mit unseren Guides auf den Felsen und sind fasziniert, wie das Wasser an uns vorbeischiesst und über die Felswände hinunterstürzt.

Ruaha Nationalpark, die Perle Afrikas

Ein grossartiger Höhepunkt ist der Besuch des grössten Nationalparks Tanzanias. Eine grossartige, wilde Landschaft erwartet jeden Besucher. Und auch hier ist der sonst trockene Park kaum wiederzuerkennen. Alles ist grün, die Tiere sind friedlich am grasen, der Great Ruaha River hat viel Wasser. Wir können uns kaum satt sehen, riesige Elefantenherden durchqueren den Great Ruaha River, Kudus, Giraffen, Warzenschweine, Zebras und viele Antilopen sehen wir auf dem Weg ins Ruaha River Camp. Dieses Camp war das erste, das in diesem Nationalpark gebaut wurde und ist, was die Lage betrifft, bis heute unübertroffen. Nirgends kann man die Tiere von der Veranda aus besser beobachten als hier. Selbst in der Trockenzeit gibt es hier Wasser und bis hundert Elefanten kommen über den Tag verteilt hierher zum Trinken. Der Camp Manager Justin erwartet uns bereits mit den Massai und Ranger: «Mr. Buchi, wir haben alles organisiert für die Fusssafari und für den Buschlunch.» Er ist bereits seit 18 Jahren Camp Manager und er liebt den Busch. Abends am Lagerfeuer direkt am Fluss geniessen wir zusammen die einmalige Geräuschkulisse und den Sternenhimmel. Plötzlich hören wir Geräusche, sie kommen vom Fluss her, immer näher, wir sind gespannt. Es ist ein Flusspferd, das nur 5 m von uns entfernt vorbeischwimmt. Einfach herrlich, was für ein Afrika! Justin wünscht uns eine gute Nacht und sagt noch, wir würden die ganze Nacht das Leben des Busches hören. Es seien immer Löwen, Elefanten und Flusspferde ums Camp, um zu grasen. Und tatsächlich, auf dem Rückweg zum Bungalow steht ein Flusspferd auf dem Weg. Der Massai, der uns begleitet, bleibt einfach ruhig. Nach einer Weile nimmt er seinen Speer, klopft einmal auf den Boden und das Flusspferd macht den Weg frei. Eindrücklich diese Buschmänner…. und sie geben uns Sicherheit.

Südliches Hochland Mufindi

In einem stündigen Flug geht es ins südliche Hochland Tanzania und eine komplett andere Welt erwartet uns. Auf 2400 m sind riesige Teeplantagen, Kiefer- und Eukalyptus-Wälder. Wir besuchen die Fox Farm der Pionierfamilie Fox, die ursprünglich aus England kam. Der 84-jährige Geoffrey Fox, der 1957 als Tee Anbauer nach Mufindi kam, begrüsst uns herzlich. Er kümmere sich nur noch um Soziales, sagt er. Eine Herzensangelegenheit ist für ihn sein Kinderdorf für Waisen. Er führt uns durch sein Dorf und wir spüren tiefe Bewunderung für sein grosses Engagement für die Menschen dieser Region. Er erzählt uns, dass Fox für 16 Dörfer die Gesundheitsbetreuung übernehme. Immer wieder dürften sie auf die Unterstützung europäischer Ärzte zählen, die für mehrere Monate hier arbeiteten.

Auf der Fox Farm treffen wir auch den Enkel Matthew Fox, der die eigene Fluggesellschaft mit 5 Safarifliegern führt. Die ganze Logistik für ihre eigenen Lodges in Ruaha, Selous, Mikumi und Lazy Lagoon wird von hier aus koordiniert. Auf der Farm leben Kühe und Schafe und es werden Kaffee, Tee und Gemüse angebaut. Sie stellen selber Käse und Joghurt her.

Am Abend sitzen wir alle gemütlich im Landhaus am Kaminfeuer und Geoff und seine Frau Vicky erzählen spannende Geschichten aus ihrem Leben.

Weltgrösstes Schutzgebiet Selous

Vom Mufindi fliegen wir in einem spektakulären Flug über Selous – das grösste Wildschutzgebiet der Welt mit 55’000 km2 und damit grösser als die Schweiz. Die Rufiji River Lodge liegt direkt am grössten Fluss Tanzanias, dem Rufiji River. Bruce Fox, der Sohn von Geoffrey erwartet uns hier und es geht gleich los mit dem Boot auf dem Rufiji River. Unser Kapitän Isaac und Guide Wasiri haben Adleraugen, überall zeigen sie uns Eisvögel, Goliatreiher, Bienenfresser, Papageien und auf den Sandbänken die Krokodile. Flusspferde links und rechts vom Boot und im Gebüsch Elefanten, die den Fluss durchqueren, um an die leckeren Früchte der Palmen zu gelangen. Der Selous/Nyerere Nationalpark ist mit keinem anderen Park in Tanzania vergleichbar. Alles ist überdimensioniert.

Lazy Lagoon, Privat Insel im Indischen Ozean

Zum Abschluss fliegen wir an den Indischen Ozean und setzen mit dem Boot über zur Lazy Lagoon, wo wir nochmals Bruce und seinen Sohn Oliver treffen, also die dritte Generation, die bereits mitwirkt. Die 9 km lange Privat Insel gehört auch zu Familie Fox, hier kommt Robinson Crusoe Feeling auf. Hier tummeln sich Affen, das Buschbaby, kleine Antilopen und viele tropische Vögel. Das Rauschen des Meeres, der sanfte Wind, hier ist der ideale Platz, um die Reise zu verarbeiten.

 

 

 

 

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Live aus Safari in Südtanzania