Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein….. Was unsere Sherpa Guides am Cho La Pass geleistet haben, ist jedoch grossartig und für sie selber ein Lichtblick. Die ganze Frühlingssaison fiel ersatzlos aus. Für Nepal, das grösstenteils vom Tourismus abhängig ist, eine Katastrophe. Um unseren Guides trotzdem Arbeit geben zu können, starteten wir sofort mit der Wegsicherung der Nordseite des 5420 m hohen Cho La Pass im Everest Gebiet. Der anspruchsvolle Übergang zum Mount Everest ist bei Trekkern äussert beliebt, aber es gab immer wieder Unfälle von einzelnen Touristen, die sich in diesem unwegsamen Gelände nicht zurechtfanden und sich verirrten. Durch das Schmelzen der Gletscher hat sich das Gelände stark verändert und der Weg musste ganz neu gelegt werden. Letzten Herbst haben unsere Schweizer Bergführer die Route studiert und mit dem lokalen Komitee die Route festgelegt. Mit Bohrmaschine, Eisenstangen, Spalthammer und Keilen ausgerüstet haben unsere Sherpas Ende Juni in 5000 m Höhe den Weg vorbereitet. Harte Arbeit in grosser Höhe. Nun sind die Sherpas aber Stolz, dass der ganze Cho La Pass sowohl auf der Südseite wie auch auf der Nordseite mittels einem neuen Gebirgsweg gesichert worden ist. Einzig das 700 m lange Stahlseil muss noch eingezogen werden. Dieses liegt immer noch in der Garage von Aktivferien AG in der Schweiz. Sobald wieder Flüge nach Nepal gehen, wird das Seil gesendet und kann installiert werden.

Dramatische Wirtschaftssituation in Nepal

«Es ist noch viel schlimmer als nach dem Erdbeben», sagt Mingmar Sherpa, unser Geschäftsführer von Aktivferien Nepal. Das Erdbeben brachte viel Not und Leid über das ganze Land. Es löste aber auch eine einzigartige Solidaritätswelle aus. Nepal war auf bestem Weg sich wieder zu erholen und kurbelte mit «Visit Nepal 2020» die Wirtschaft an. Diese Hoffnungen wurden im März jäh zerschlagen. Millionen Nepalis sind arbeitslos, Sozialversicherungen gibt es nicht. Die meisten leben direkt oder indirekt vom Tourismus, nun ist alles weg.

Aussichten

Wie sieht die Zukunft im Tourismus in Nepal aus? Im Moment sind die Büros in Kathmandu für die Permits für Expeditionen und Trekkings noch geschlossen. Nepal öffnet das Land langsam und es werden Schutzkonzepte ausgearbeitet. Jetzt ist es noch zu früh, eine Prognose für die Herbstsaison zu stellen. Unbestritten ist aber die Faszination für den Himalaya, speziell den Mount Everest. Nepal hat eine grosse Anziehungskraft für naturbegeisterte Trekker. Das zeigen auch unsere gut besuchten Informationsabende. Wenn Reisen nach Nepal wieder möglich sind, werden zu Beginn nur wenige Touristen unterwegs sein. Es wird ein Privileg sein, dieses Gebiet so einsam zu erleben. Langfristig werden aber wieder mehr Gäste der Faszination der Achttausender erliegen. Das gibt Hoffnung für die Sherpas! Für Aktivferien ist es ein grosses Anliegen, die Mitarbeitenden und deren Familien auch in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Ihnen Hoffnung und die Sicherheit geben,  dass sie sich auf uns verlassen können.

Wegsicherung im Everest Gebiet durch die Sherpas