Sein klingender Name «Kilimanjaro» lässt so manches Herz höher schlagen. Der mystische Berg, die Faszination vom Schnee in Afrika, ein Lebenstraum und Fernwehziel zugleich. Der Kilimanjaro ist etwas Spezielles für alle, die ihn bestiegen haben oder dies noch planen. Hier werden persönliche Geschichten geschrieben.

Diese Woche ist so einiges passiert bei Aktivferien AG und insbesondere am Kilimanjaro. Karl Egloff, Geschäftsführer von Aktivferien Ecuador und Freund von uns war am Berg unterwegs. Der Schweiz-Ecuadorianer bestieg mit seiner Gruppe aus Ecuador den Kili und gleich im Anschluss wollte er den Weltrekord angreifen. Vom Nationalpark Umbwe Gate aus auf den Uhuru Peak und über die Mweka Route wieder zum Nationalpark Eingang.

Die Zeit, die es zu schlagen galt, war keine geringere als 6 Std 42 Min für den Auf- und Abstieg. Die Zeit wurde vor sechs Jahren von niemand anderem gesetzt als von Karl Egloff im Jahr 2014 persönlich. Wird Karl, acht Jahre reicher an Lebenserfahrung, seine persönliche Bestzeit nochmals unterbieten können oder wird er Mühe haben?

Das Vorhaben erforderte eine grosse Logistik, um Karl möglichst optimal zu unterstützen. Doch hier gerne der Reihe nach:

Karl Egloff führt seit 2012 die Aktivferien Ecuador und hat im selben Jahr, zusammen mit Beni Büchi und Nicolas Miranda, den Speed Rekord am Cotopaxi zum ersten Mal auf 1h16 gesenkt. Damit begann seine grosse Leidenschaft für Sky Running. Es folgten Rekorde am Kilimanjaro, Aconcagua, Denali, Elbrus, sowie letzten Frühling am 8485 m hohen Makalu.

Das Team vom Kilimanjaro war also regelrecht aus dem Häuschen als sie hörten, dass Karl zurückkomme. Gemächlich und «Pole Pole» begleitete Karl letzte Woche eine Gruppe auf den Kilimanjaro. Am Vorabend des Gipfelsturms rannte er, quasi in einem letzten Training, von der Kibo Hütte auf den Gipfel und wieder zurück, und das in nur 2h13 Minuten. Nach der erfolgreichen Besteigung stiegen dann alle zusammen wieder ins Tal zurück.

Parallel war auch eine Aktivferien Gruppe mit Bergführer Jürg Martig unterwegs. Unter ihnen unser ältester Gast, 81-Jährig, erreichte den Gilmans Point. Bravo für diese grossartige Leistung!

Karl schwärmt: «Ich liebe meinen Guide Job, vor allem, wenn ich mit so grossartigen Leuten unterwegs bin. Tansania ist zu einem meiner liebsten Plätze auf der Welt geworden. Ich mag die Menschen am Kili, sie sind voller Energie, mit herzlichem Charme und sie lieben ihren Berg. Eine Kilimanjaro Besteigung ist auch landschaftlich faszinierend. Kein Zweifel, das alles macht diesen Seven Summit zu einem der Speziellsten!

Der Spirit ist also einmalig, um den Rekord anzugreifen. Während Karls ecuadorianische Gruppe auf Safari weiterzieht, bleibt er zurück in Marangu.

Der nächste Tag beginnt um 03.30 Uhr. Karl fährt zusammen mit unserem Handlings Manager Evarest und Bobby von der Babylon Lodge von Marangu zum Mweka Gate auf 1900m. Unsere Guides, die «Karli», wie sie ihn nennen, unterstützen werden, haben sich auf der Strecke zum Gipfel als Verpflegungsposten verteilt.

Am Western Breach auf 5700 m wartet Gaudence Lekule, der schnellste Bergführer von Tansania. Er hat auf dem Kraterrand biwakiert. Zuoberst auf dem Uhuru Peak 5895 m betreut Godlisen und am Mweka Gate auf 1900 m ist das Management vom Kilimanjaro Nationalpark und der Tourismus Direktor Charles Ngendo anwesend. Zudem ist die Presse von Tansania angereist. Auch das Fernsehen ist gekommen, denn auch für Tansania ist dieses Ereignis etwas Spezielles.

Um 6.00 Uhr fällt der Startschuss. Es ist neblig, «Karli» ist ready… begleitet von lautem Gejohle legt er los. Auf 4000 m ist er bereits 12 Minuten schneller, er ist nach «Plan» unterwegs. Bei 5000 m geht plötzlich nichts mehr. Karl hat eine Schwäche, fühlt sich nicht wohl, kämpft aber weiter. Seine Rekordpläne schmelzen dahin. Gaudence empfängt ihn auf dem Kraterrand und motiviert ihn. Auch Godlisen sieht ihn bereits vom Gipfel aus. Nach sechs Stunden erreicht Karl den Gipfel. Kein Rekord, obwohl es eine wahnsinnige Zeit ist.

Zusammen mit Gaudence sprintet er in zwei Stunden runter zum Mweka Gate, wo ein grossartiger Empfang stattfindet…. Afrika live, pure Lebensfreude. Eine Musikgruppe, eine Tanzgruppe, das Fernsehen und das ganze Aktivferien Team empfängt ihn. Rekord hin oder her, Emotionen pur!

Karls gescheiterter Rekordversuch zeigt, dass jeder einmal einen schwächeren Tag einziehen kann. Und wie die lebensfrohe Art der Tansanier Leistungen nicht nur an Superlativen misst. Sie feiern auch den Versuch, denn nur wer versucht kann auch scheitern.

Vielleicht war es zu viel, innerhalb von fünf Tagen dreimal auf den Uhuru Peak zu steigen. Karl konnte seinen eigenen Rekord nicht knacken, der «Karli» vor sieben Jahren war schneller.

Karl lässt den Kopf nicht hängen, sein Fazit: Ich komme wieder zum Kili, werde mit viel Freude wieder Gäste auf den Kilimanjaro begleiten. Pole Pole (langsam langsam), dieses emotionale Erlebnis vom «Dach Afrikas», dieser unvergleichliche Berg mit seinen herzlichen Menschen.

Ob Sie es bis an den Kraterrand oder bis ganz oben schaffen, egal wie gemächlich oder wie schnell Sie unterwegs sind.

Unsere lieben Freunde in Tansania sind dann glücklich, wenn Sie begeistert sind vom Kilimanjaro. Einem der faszinierendsten Seven Summits!

 

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Speedrekord Versuch am Kilimanjaro