Wie beschreibt man ein Land, welches man so oft bereist hat, einem Menschen, der noch nie da war? Dass Nepal eine meiner Lieblingsdestinationen ist, wissen die regelmässigen Blog Leser. Aber was bringt mich so ins Schwärmen von diesem kleinen Himalaya Staat? Seit ich 2013 das erste Mal mit meiner Mutter ins Everest Gebiet gereist bin, hat mich diese Kultur, diese Landschaft so sehr fasziniert, dass ich seither über 10 mal zurückgekehrt bin.

Nun reise ich das erste Mal mit meinem Partner nach Nepal. Ihm habe ich „alles“ über das Land erzählt, nun sitzen wir im Flieger. Mitten in der Nacht landen wir in Kathmandu. Nima holt uns vom Flughafen ab und bringt uns direkt ins Hotel. Nachts um zwei ist es sogar in dieser sonst niemals schlafenden Stadt ruhig. Einzelne kleine Feuer sehen wir, diese halten in den kalten Nächten etwas warm. Und dann geht es am nächsten Tag endlich los, ich darf eine meiner Lieblingsstädte zeigen. Wir schlendern durch den Thamel, freudig begrüsst uns ein Rikscha Fahrer. Ihm haben meine Mutter und ich damals ein schönes Trinkgeld gegeben, als wir noch etwas Mühe hatten in Rupies zu rechnen. Seither kennt er uns und fragt jedes Mal, ob er uns wieder irgendwo hinfahren dürfe. Gerne, wir steigen ein und fahren los Richtung Durbar Square. Von da aus geht’s hoch zum Affentempel. Die Aussicht an diesem klaren Wintertag ist fantastisch! Wir sehen bis in die Schneeberge!

Und da wollen wir am nächsten Tag auch hin, zum berühmten Flughafen in Lukla. Das Wetter ist leider nicht so gut und so warten wir erst mal gemütlich in Kathmandu. Plötzlich tut sich ein Wetterfenster auf, jetzt muss es schnell gehen. Nach dem 20-minütigen, spektakulären Flug dem Himalaya entlang landen wir inmitten der grossen Schneeberge. Nochmals kurze Hektik beim Ausladen und dann sind wir endlich im Sherpa Gebiet unterwegs. Die ersten Yaks kreuzen unseren Weg, mit ihren Glocken erinnern sie uns an die Schweizer Alpen. Die Saison hat noch nicht begonnen, etwas früh im Jahr sind wir unterwegs. Wir werden in den Yeti Mountain Homes jeweils als erste Gäste des Jahres begrüsst. Wunderschön diese Lodges, der kleine Speicherofen im Aufenthaltsraum ist Gold wert. Die Bettheizungen in der Nacht tun ihr weiteres zum Komfort. Und die geniessen wir auch! In der Nacht wird es im Winter bitterkalt, am Morgen sind die Fensterscheiben mit einer kleinen Eisschicht bedeckt. Bei Schneegestöber erkunden wir Namche Bazar, was für eine unwirkliche, romantische Stimmung!

Der nächste Tag beginnt strahlend blau, perfektes Wetter! Heute wollen wir hinauf zum Everest View Point. Und dann plötzlich sehen wir ihn vor unseren Augen. Der höchste Berg der Welt! Für mich immer wieder wunderschön, für Andreas ein Lebenstraum, der in Erfüllung geht. Dem höchsten Berg der Welt gegenüber zu stehen!

Wir sind wieder mit Passang Sherpa unterwegs. Mit ihm war ich vor zwei Jahren schon im Everest Gebiet und erlebte eine lustige Episode bezüglich seines Geburtstages. In seinem Pass steht doch tatsächlich der 31. Februar als Datum… Nun ist heute der 3. März, ich spreche Passang darauf an ob wir heute Geburtstag feiern. Er schaut mich nur mit grossen Augen an, heute sei doch gar nicht Freitag, da sein Name Passang sei ist er an diesem Wochentag geboren. Jetzt ist die Verwirrung perfekt…!

Beim Abstieg kommen wir an einem kleinen Weiler vorbei. Eine ältere Shepra Frau schaut aus ihrem Haus. Sie sei aus Dimil, stellt uns Passang vor. Ihr erklärt er, wir seien von Aktivferien und für den Schulbau in ihrem Heimatdorf verantwortlich. Diese Dankbarkeit, welche von ihr ausstrahlt, ist wunderschön. Unsere Hände möchte sie fast nicht mehr loslassen und lädt uns gleich zu einem Tee ein. Dieser besteht aus geröstetem Zucker mit Milch und Wasser aufgekocht. Eine Delikatesse für die Sherpas und eine grosse Ehre, einen solchen probieren zu dürfen!

In Monjo treffen wir auch Ang Babu, Schulleiter aus Dimil. Gemeinsam mit einigen Trägern ist er unterwegs Richtung Namche Bazar. Auch deren Kinder sind bei uns in der Schule. Es ist ergreifend und immer wieder schön zu sehen, was wir mit unseren sozialen Engagements alles bewirken können.

Weiter geht unsere Reise über Kathmandu in den Chitwan Nationalpark. Auf dem Rücken des Elefanten reiten wir in den Sonnenaufgang hinein. Wenige Meter vor uns geniesst ein Panzernashorn sein Frühstück. Was für ein Glück! Fotos vom Rücken des Elefanten zu schiessen ist aber wesentlich schwieriger. Am Nachmittag sind wir mit dem Geländewagen unterwegs. Da könnte man eigentlich gute Fotos machen. Bei den beiden Lippenbären ist allerdings auch dies unmöglich. Scheu wie sie sind, verschwinden sie lieber wieder im hohen Gras. Für einmal lassen wir also unsere Kamera ruhen und geniessen die fantastische Stimmung!

Wieder zurück in Kathmandu philosophieren wir darüber, was Nepal so speziell macht. Sind es die  Düfte, die Klänge des Ohm mane padme hum, die Menschen? Wohl eine Mischung von allem, aber vor allem auch die unendliche Gastfreundschaft, welche wir von den Sherpas spüren. Auch die schönen majestätischen Schneeriesen und die einsamen Wanderungen, wo man so seinen Gedanken nachhängen kann. Die fantastische Tierwelt. Und vor allem ein Land, welches so gänzlich anders ist, als wir uns das in der Schweiz vorstellen können. Ein Land, welches entdeckt werden darf. Ist das nicht immer der Wunsch in den Ferien? Abzuschalten und in eine komplett neue Welt einzutauchen?

Mir gelingt das immer am besten auf Tiersafari in Tanzania oder eben beim Wandern im Himalaya. Dafür würde ich jeden Strand der Welt hergeben.

Danke allen Menschen in Nepal, welchen wir begegnen durften. Einmal mehr durfte ich Nepal von seiner schönsten Seite sehen und die Leidenschaft für ein Land an meinen Partner weitergeben.

Nepal, die Schönheit kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben!